sábado, 28 de mayo de 2016

CHRISTOPH MECKEL [18.790]


Christoph Meckel

Christoph Meckel (Nació el 12 de junio 1935 en Berlín, Alemania) es un poeta alemán, escritor y diseñador gráfico.

Obras 
Libros 

1959: Immermann-Preis
1961: Förderpreis zum Julius-Campe-Preis des Verlags Hoffmann und Campe
1962: Förderungspreis des Niedersächsischen Kunstpreises
1962/1963: Stipendium des BDI in Rom
1963: Stipendium der Villa Massimo Rom
1966: Preis der Jungen Generation zum Berliner Kunstpreis
1974: Reinhold-Schneider-Preis
1978: Rainer-Maria-Rilke-Preis für Lyrik
1981: Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen
1981: Ernst-Meister-Preis für Lyrik
1982: Georg-Trakl-Preis für Lyrik
1993: Kasseler Literaturpreis für Grotesken Humor
1998: Kester-Haeusler-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung von 1859
2003: Joseph-Breitbach-Preis , zusammen mit Herta Müller und Harald Weinrich
2005: Schiller-Ring der Deutschen Schillerstiftung
2006: International Literary Award Novi Sad (Serbien)
2012: Rainer-Malkowski-Preis (geteilt)
2016: Hölty-Preis

Catálogos de exposiciones 

Tarnkappe. München 1956.
Manifest der Toten. Stierstadt im Taunus 1960.
Im Land der Umbramauten. DVA, Stuttgart 1961.
Dunkler Sommer und Musikantenknochen. Berlin 1964.
In der Tinte. Berlin 1968.
Werkauswahl. Lyrik, Prosa, Hörspiel . Nymphenburger, München 1971; 2. erg. A. 1981, ISBN 3-485-00289-5
Bockshorn . Nymphenburger, München 1973 – (1984 unter gleichem Namen verfilmt)
Licht . Nymphenburger, München 1978.
Ausgewählte Gedichte. Königstein im Taunus 1979.
Suchbild. Über meinen Vater. Düsseldorf 1980.
Der wahre Muftoni. Erzählung. München 1982.
Hundert Gedichte. München 1988.
Immer wieder träume ich Bücher. Warmbronn 1995.
Ein unbekannter Mensch. Bericht. München 1997.
Schöllkopf. Warmbronn 2000.
Zähne. München 2000.
Blut im Schuh . Gedichte. Zu Klampen, Lüneburg 2001, ISBN 3-933156-61-0 .
Nacht bleibt draußen und trinkt Regen. Passau 2002.
Suchbild: meine Mutter. München 2002.
Ungefähr ohne Tod im Schatten der Bäume. München 2003.
Seele des Messers. München 2006.
Musikschiff. Frauenfeld 2006.
Wohl denen die gelebt. Erinnerung an Marie-Luise Kaschnitz . Lengwil 2008.
Nachtsaison. München 2008.
Hier wird Gold gewaschen. Erinnerung an Peter Huchel . Lengwil 2009.
Poesiealbum 288 , Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2010.
Russische Zone. Erinnerung an den Nachkrieg. Lengwil 2011.
Luis & Luis. München 2012.
Dunkler Weltteil. Erinnerung an afrikanische Zeit. Lengwil 2013.
Tarnkappe. Gesammelte Gedichte . Herausgegeben von Wolfgang Matz . München 2015.




ES EL VIENTO

Es el viento sobre los puentes, el humo y el frío.
Es la profundidad del agua, es el crepúsculo
que rasga el cielo y desaparece
hundiéndose en una noche glacial
en noviembre y en lluvia tiznada. Es la temprana
tarde del invierno, es el estar solo con ojos de fiebre
y huesos ligeros, son los bares y es
la embriaguez del coñac, el silencio y la gente de Babilonia,
es el aserrín en el suelo del bar, la escupidera
y la sangre en la escupidera, es la sangre en el aserrín
en el suelo del bar, es la llave americana,
es la risa de la gente de Babilonia,
es el dinero, es el hambre.
Son las ciudades junto a ríos aceitosos, es
el vuelo de los pájaros sobre los puentes, el humo, la noche de viento
y tormenta de invierno que descuartiza el cielo, es
un hambre de más y un refugio de menos, una vida
de más y una vida de menos, es el frío
el limbo tronante, un morir de más y un morir
de menos, son los muertos que recibió la memoria
por un tiempo, y son los muertos
que recibió el olvido para siempre. Es
el tiempo y el tiempo después y el júbilo al fin
la despedida larga, el sueño y la gran serenidad,
la ira sobre tanto y tan poco, y es su vida.

De El sueño tiene su pared. Nueva lírica alemana (El Tucán de Virginia, 1990). Traducción de Elisabeth Siefer






Él viene de noche,
ella conoce el ruido de su vehículo
esperando en el cuarto del baño, frente al espejo, fumando.
Y no sabe (nunca lo supo) lo que le espera:
el vino, la cama, el abrazo, el sueño y el silencio;
el gozo, las risas, el ajusticiamiento, el odio, el enojo,
y qué tipo de despedida le espera:
la del comienzo o la del fin.

De. Ch. MECKEL: Hundert Gedichte. 
Traducción desde el alemán original de
© Sergio Ismael Cárdenas Tamez,





Ella viene de noche,
él conoce el ruido de su vehículo
esperando en la ventana abierta, dudando, fumando.
Y no sabe (nunca lo supo) lo que le espera:
el vino, la cama, el abrazo, el sueño y el silencio
encantamiento, humor, risas, traición y calumnia
y qué tipo de despedida le espera:
la del comienzo o la del fin.

De: Ch. MECKEL: Hunder Gedichte. Ausgeqählt und mit einem Nachwort von Harald Weinrich
© 1988 Carl Hanser Verlag, München.
Traducción desde el alemán original de
© Sergio Ismael Cárdenas Tamez,


Im Vergleich

Und der krumme Hund mit dem Pfennig im Sack
ist ein guter Anblick, verglichen
mit dem krummen Hund ohne Sack und Pfennig.
Der Neger, sein Messer küssend im Dunkeln
ist ein guter Anblick, verglichen
mit dem, der seinen Namen wegwirft und einschläft.
Lustig macht uns der Frierende Franz
verglichen mit dem, der frierend
Zuflucht sucht in seinem Leichnam; es macht uns
lustig was lebt und den Tag im Auge behält.

Der Baum, der Stein, der Regen
braucht nicht verglichen zu werden, erhaben
über jeden Vergleich.
Aber wir können verglichen werden
der Reihe nach, einer am andern,
der Hunger des einen und das Erbrochene des ändern
das Rasierzeug des einen mit der Kehle des ändern
nackt, nackter, entblößt bis auf den Herzschlag
können wir endlos verglichen werden
zu jeder Stunde, auf jedem Abtritt
die Schlaflosigkeit des einen
                                   mit der Geliebten des ändern 
der Kältegrad des einen
 und die Schmerzmeisterschaft des andern.

Gentleman, die Vergleiche ruinieren uns, sichtbar 
sichtbarer mit der Zeit, am sichtbarsten ohne Anlaß 
das Stipendium des einen und der Wortschatz des andern 
fern, ferner, am entferntesten einer vom andern; 
einer immer hat kältere Füße
und schwärzeres Mehl in den Knochen, einer wird immer 
gefischt aus dem Wasser, das grundloser ist 
als das grundlose Wasser vom letzten Mal.

Steh auf, schlag den Kopf an die Wand im Vergleich
mit dem schärfsten Schmerz
mit dem härtesten Knochen!
Geh hin, zieh dich aus im Vergleich
mit der schmutzigsten Haut, mit der löchrigsten Decke!
Die Superlative halten sich schadlos
verzehren uns, persönlich und unpersönlich
während wir uns ausruhn von Hart
und Härter und Steinhart
und wir übertreffen sie, lebend und nichts sonst
und drehn uns zur Wand im Vergleich
                                                zu früher und später 
und sterben, verglichen mit niemand 
tot, tot im Vergleich zu Luft und Asche.



Wer könnte Platz nehmen

Wer könnte Platz nehmen
in der Gerechtigkeit
mit seinem Gepäck, seiner Spottdrossel, seinem Namen
der Freundschaft des Brotes gewiß, und sicher
daß das Wasser seinen Anblick erträgt
und die Liebe ihn achtet —
wer könnte ausruhn bei den Säulen und sagen:
hier bin ich, eingeschlossen
in Salz und Licht.

Er rückt sich in ihr keinen Sessel zurecht.
Von ihrem Vorwurf
betäubt und geschunden
am Rand der Straße hockt er noch immer
und zählt wie die Katze seine sieben Leben
unversöhnlich, hungrig
es tröstet ihn nichts.



Der Schiffsbaumeister

„Nicht Archen sollen gebaut werden, sondern Schiffe“
 sagte ich auf der Versammlung der Werftarbeiter 
doch spricht der Satz nicht mehr als eine Hoffnung aus 
die täglich wiederholt werden muß.

Tag für Tag soll öffentlich erklärt werden 
daß eine Zeit bevorsteht, da man Archen 
am Horizont der Meerstädte nicht mehr erblicken wird.

Was das Leben bestimmte zu meiner Zeit 
wird sich als unvorstellbar erweisen: die Weltmeere 
befahren von Archen, gewaltige Kästen 
bewachsen mit Laubwäldern, Sonnenblumen, Korn. 
Archen zu Hunderten unterwegs,
                                                    überfüllte Meerstraßen.
Spielhöllen, Akademien, Bibliotheken, Bordelle 
auf- und abfahrend in Sichtweite verheerter Küsten.

Zeit der Rauchtürme an allen Küsten.
Zeit der blutig niedergeschlagenen Streiks in den Häfen.
Zeit der fristlos evakuierten Provinzen
der verbannten Raubvögel und verschleppten Bäume.
Zeit planloser Meerfahrten, endlose Zeit
der von Gas und Chemie ruinierten Kontinente.

Als wir Tiere, Pflanzen, Gesteinsproben
auf die Archen schafften, für unbestimmte Zeit
hofften wir auf Signale:
DIE ERDE VON NEUEM BEWOHNBAR.
Als Elefanten die Archenböden zerstampften
die Rinder brüllten, die Affen sprangen ins Wasser -
Tag für Tag soll öffentlich erklärt werden
daß eine Zeit bevorsteht, da man Archen
am Horizont der Meerstädte nicht mehr erblicken wird.

Unvorstellbar wird sein das Wohnen
zu  Tausenden  in   engen  Schiffsräumen,
                                           vermietete Schlafsäcke
offene Feuer an Deck, Delphinjagden, Diebstahl 
flüchtige Liebe unter Segeltuch, Tod durch Ersaufen 
Pulvergestank, Süßwassersehnsucht und der Anblick von Küsten, die wochenlang 
verborgen lagen hinter einer Rauchbank 
auftauchend an Regentagen, schwarz und zerrissen.

Nicht Archen sollen gebaut werden, sondern Schiffe 
(unsere Flotte wird sich zusammensetzen 
aus Touristendampfern, Öltankern und
                                             Handelsschiffen).
Das Leben wird erstaunlich ungezwungen sein. 
Man wird Gouverneure an Bord
                        von Orangendampfern empfangen 
Gewerkschaftsbosse und Statthalter von Inselländern; 
man wird Schiffsoffiziere und Werftarbeiter
                                        bei Planungen hinzuziehen 
und Versicherungsbeamten Sherry anbieten 
während der Besichtigung auslaufender Schiffe. 
Man wird Tee trinken an den Nachmittagen,
                            Gespräche führen mit dem Cargo 
unter Sonnensegeln, während die Archen 
verschrottet werden, und Gehämmer 
widerhallt von neu errichteten Küsten.

Das kommende Zeitalter wird erstaunlich leicht
                                                und ungezwungen sein.
Nicht Archen werden gebaut werden, sondern Schiffe.
 Zu lange haben wir unsere Rettung besorgt 
zu lang nur gedacht an ein Überleben, zu schnell 
den Erdball hingegeben für einen Platz in der Arche.

Man wirft mir vor, ich sei alt; mir fehle die nüchterne 
Einschätzung der Epoche. Ja in Ermangelung 
eines Besseren rede ich wie von einem Traum
                                                          und habe doch
nichts verheißen, ich habe nichts Unmögliches zugesagt.
Es kann nicht sein, daß Andere leben werden wie wir. 
Es kann nicht sein, daß Verwüstung unser Nachlaß ist
                                                        und nichts sonst
Es kann nicht sein, daß wir nicht, bald schon 
Sonnenblumen an Land zurückbringen werden.





Dieser Tag

Alle Guten Geister für diesen Tag!

Der Wind strömt stark und warm.
                       Das Grosse Licht baut den Tag auf. 
Bienen und Kraniche über der Brandung.

Als hätte die Schöpfung nocheinmal begonnen.
Kein vorletzter Tag, kein letzter
und das Meer bewegt lebendige Finsternis.

Das Haus, im Schwirren der Vogelflüge
                       fliegt auf in die Pinien.

Freude, das Wort aufersteht
                       nicht geraubt, nicht gesäubert.

Wir hängen die Schuhe hinaus in den Wind 
und er füllt sie mit Schmetterling
                       und Samen der Steine.

Ein paar Sätze, die ich dir zurufen wollte 
für heute, für morgen,
                       für sieben Leben, kein Ende —



Erscheinung

Sie kommt, solang die Zeit an ihr festhält 
im Abend des kürzesten Tags 
zu ihm in das Zimmer, im offenen Mantel, 
sorglos, Schuhe in Händen, im Schein der Kerze 
und er erzählt ihr die Erscheinung:

sie kam, bevor die Zeit sie verbrauchte, 
am Mittag des kürzesten Tags 
zu mir in die Gärten, in fremden Kleidern,
unruhig, übernächtigt, die Laubfeuer rauchten,
und ich erzählte ihr die Erscheinung:

du kommst, bevor die Zeit dich verändert,
am Abend des vorletzten Tags
zu mir in die Unterkunft, mit erloschenen Haaren,
frierend im Tosen von Schutt und Flammen,
und ich  erzähle dir die Erscheinung:

Du kamst, bevor die Zeit dich erkannte,
im Abend der kürzesten Nacht
zu ihm in das Haus am Wasser, verwirrt, betrunken,
taumelnd im Zwielicht der Eisblumenfenster,
und ich erzählte dir die Erscheinung:

Sie erschien, bevor die Zeit sie entrückte,
am Morgen des kürzesten Tags
im Gaslicht der Flurbeleuchtung, vor seiner Suite
wortlos, unbewegt, in Handschuh und Schleier,
und er erzählte ihr die Erscheinung:






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