lunes, 21 de marzo de 2016

TRISTAN MARQUARDT [18.276]


Tristan Marquardt 

(Göttingen, Alemania 1987) vive en Múnich y Zúrich. Su primer libro Das amortisiert sich nicht fue publicado a principios de 2013 por Kookbooks. Es miembro del colectivo berlinés G13. Desde 2012 organiza el ciclo de lecturas en Múnich meine drei lyrischen ichs, en 2015 organizó La gran jornada de literatura joven de Múnich y participó en la primera edición del programa Erste Treffen junger Lesereihen mit Lyrik-Schwerpunkt. En 2013, junto con Tabea Xenia Magyar, resultó ganador del Premio de Poesía de Feldkirch (Austria).

Publicaciones

das amortisiert sich nicht , Kookbooks , Berlin 2013, ISBN 978-3937445564




discurso

(1)

así que, densidad, nos falta poco para el eureka. informe sobre la situación. delante de mí una bañera llena de algo que parece zumo de tomate y también sabe a eso pero que no es zumo de tomate exactamente. desde hace horas no puedo escuchar más a ninguno de los que hablan, una vez en la vida nos bañamos en leche. con cuidado intento determinar el epicentro del silencio. fase de pruebas, transformo mi empatía en una mordaza y después miro al espejo. Camina hacia la bañera. estoy desnudo, tú llevas puesta la piel. junto a la bañera, infundado y equivocándote en la esquina de la habitación, indicio del primer contacto? mm. Uno de nosotros ha hundido el dedo en la herida y solo el dedo duele. la piel se enrojece y enrojece la leche. El otro quiere consolarlo, siente de una manera desconocida. qué-sé-yo-quién o nosotros en suspense: bastante indiferente. ninguno logra abrir la boca. frustración que se transforma en energía cuando la bañera se llena de silencios tanto tiempo que tú sales corriendo. densidad, te lo pido, quiero seguir llamando, le has dado al salvaje, no olvides los regalos.


(2)

bravo, desaceleración, si dos canales un canal – en mitad de un verano, la respiración trabajadora está practicando. volverse pasivo. como persona tienes que imaginártelo. nada se acuerda de antes. primero se decide encontrarse como la cara B de un olor. si la curva, si la búsqueda de la resonancia empieza. cuándo os visteis por primera vez? cuándo fue la primera vez que lo hicisteis algo estético? las piernas en la mano, desaceleración, no verás más la bañera, pero sí el canal. ahora trabaja como un embudo. debajo un cubo rebosante de desinfección. camino del sótano. sientes el frescor, te giras. estás en pelotas en una galería y dos grupos de visitantes se pelean por el primer contacto. hay disparos, nadie sale herido. un tipo de limpieza de alguna manera sin precedentes. cuando se encienden los soles de emergencia. el mismo juego. no encuentran al último bañista. tú saltas.


(3)

según tú, biometría, representamos una mano, que se ajuste al tamaño de los dedos pasa por debajo de la cara. mano de usar y tirar, lo que está delante de nosotros no es una maquinilla de afeitar. El deseo es pues verdadero. lo verás: agitadla, nacionalizadla. el peligro siempre se presenta en forma de pequeños cuerpos blancos, a los corderos de la crítica. de los que no habla nadie. el viejo problema, que está delante de nosotros, es la intercambiabilidad entre aclaración y aclaración. me toca. nos movemos bajo un tipo de capó, yo soy el capó, tú tienes veinte años, yo también, y apenas puedes decidir si no entiendes la disposición de tu cuerpo, o si es que eres este cuerpo. en tus ojos. guardar en la memoria intermedia. vendrá el día en el que estemos agradecidos. nos comportemos de manera transparente. uno coge, uno coge, llamaremos, una mano y pasa por debajo de la cara. después el inventario. el apellido por favor. marquardt. altura? 1.81 m. peso? 62 kg. eso da, un segundo, un índice de masa corporal de 18.9.

Traducción: Carlos Catena Cózar
http://latribudefrida.com/poesia/las-bestias-del-corazon-10-poetas-jovenes-de-alemania-ii/




ein segen, freilich, aus dem ruder. zweites tischgebet noch, 
willst abwischen, die ganze fläche räumen. faltest auf: dich,
eines mittags auf dem sprung richtung fahrlässigkeit, nur hin-
weg / zur kasse, und die agb, die du umschiffst, zimperlich,
willst das nicht. oder anders: du nimmst an einem ausflug teil,
hast füße und kiemen, musst laufen und atmen. die blasen.
gruppe nadelträger am horizont, undefiniert, wanderst drauf zu,
plötzlich überall lämmer. ausflüchte, flossenschlag: wer hat die
da hingemacht. und das hätte doch spross sein können: kreuzung
fremder arten, kognitives potenzial. die zuchtordnung, zu tisch.
musst nur den mund aufmachen, willst du was sagen. hände
falten, wenns so weit ist, nicht schlucken, kein nachgeschmack.

aus: das amortisiert sich nicht. kookbooks 2013




auszüge eines schattenkatalogs

deckschatten
form von schatten, die bei dunkelheit in lichtkegeln auftritt. trägt auf die schicht licht, die eine lichtquelle auf die dunkelheit gelegt hat, eine weitere schicht dunkelheit auf.

abschatten
tritt ebendort auf, funktioniert aber genau umgekehrt: negiert das licht und macht die darunter liegende schicht dunkelheit wieder sichtbar.

hubschatten
positive variante des abschattens. negiert das licht nicht, sondern hebt die dunkelheit unter dem licht hervor. bei hubschatten wechseln licht und dunkelheit die seiten.

kehrschatten
rückseite eines schattens, die nur von jenen (dingen) wahrgenommen werden kann, auf die der schatten fällt.

schattenschatten
schatten, den ein schatten wirft.

möglichkeitsschatten
ist im fall kompletter dunkelheit jener schatten, der sichtbar würde, wenn es nicht dunkel wäre.

schattenspur
vergangenheitsform eines schattens.

schattenheit
form von dunkelheit, die nicht durch die allgemeine abwesenheit von licht entsteht, sondern durch eine so große häufung an schatten, dass jeder ort, an dem licht sichtbar werden könnte, ausbleibt. bei schattenheit ist das licht zwar anwesend, kommt aber nicht zum ausdruck.





beinahe angefasst, ins unreine gesprochen, lag die last auf unsren 
armen, auf einmal, noch einen schluck. fraternaler anschluss, du
warst nicht mein bruder, ich hätte dein sohn sein können, kippten
zerrbilder, wo wir die straßenflucht betraten oder war es doch der

park, wir nahmen das ernst. wo ist hier die klinke. gib her. griff
zum schrittfehler, umtrunk, heute nicht zum hals, heute muss der
bauch raus, gefühlt. koinzidenz, umschlungen. wechselten schlag-
lichter schneller, als wir laufen konnten, zogen wir uns ihre körper

an. setzten fußabdrücke in spuren und folgten ihnen blind. in einer
bewegung, die nur im raum stattfand, glitten uns kurven durch fin-
ger, schnitten pfähle wie gras. jede verkehrsinsel war katalysator für
unumständlichkeit, was wir streiften, hatte die straße längst liegen

gelassen. manchmal kam es uns wie ein kniff vor, blinker zu setzen,
als würden wir den puls am richtungswechsel messen, daumen vor-
aus, beschäftigung den jagdgründen entsprechend: ortsunübliches
geht vonstatten, wir können nichts dafür. flüchtige bekanntschaften,

die in die eigene tasche wirtschaften, sanfter händedruck, kaum zu
bremsen, so nahe am baum: dass wir den arm verlängern, bis er sich
auswächst. wurzeln schlägt, im durchdrungenen raum. vielleicht ist
das nicht der park, aber mit ein, zwei änderungen könnte er es sein.




auszüge eines tunnelkatalogs

tunneln
tätigkeitsvariante der sachlage tunnel. lässt bei abwesenheit eines tunnels anderes zum tunnel werden – wobei es um die handlung, nicht ihr resultat geht: was getunnelt worden ist, wird nie tunnel geworden sein.

tunnelblick
theoretisch die art und weise zu schauen, als würde man sich in einem tunnel befinden. praktisch die behauptung einer person a, eine person b verhalte sich erstens so und möge dies zweitens unterlassen, um eine gleichheit der gefühlten räume zu erlangen: gemeinsam zu schauen, als würde man sich nicht in einem tunnel befinden.

tunnelgleichung
aussage: im fall eines tunnels finden gegensatzpaare ihren gegensatz.
erster beweis: befindet man sich außerhalb eines tunnels, existieren ausschließlich zwei tunneleingänge. befindet man sich innerhalb eines tunnels, existieren ausschließlich zwei tunnelausgänge. folglich hat ein tunnel nie eingang und ausgang zugleich.
zweiter beweis: während das licht am ende des tunnels sichtbar und somit nachweisbar ist, wird sich das licht am anfang des tunnels, das man in der zur blickrichtung je entgegengesetzten richtung vermuten muss, nie in seiner existenz nachweisen lassen.

tunnelzwang
beschreibt die unmöglichkeit, in einem tunnel andere raumfaktoren als den tunnel selbst gelten zu lassen. auch wenn man bspw., bevor und nachdem man einen tunnel durchquert hat, auf einer straße gefahren ist, wird man sich währenddessen nie auf der straße, sondern immer im tunnel befunden haben. und obwohl der untergrund eines tunnels vollkommen mit der sachlage straße übereinstimmen kann, kann er nie selbst straße sein. führt also eine straße durch einen tunnel, gibt sie einen teil ihrer existenz auf.

tunnel
weg des geringsten weges.

brücke
weg des geringsten tunnels.





muss das blenden sein, schlag ins gesicht, wenn ich mir
überschüssiges licht aus den augen wische. brennt sich aus,

verfolgt die bestückte sicht: farbe als schale über dem tisch.
gruppieren sich stühle daneben, um lücken im zimmer, die

immer weit ins holz verreist sind, bis jemand kommt und
sie verschiebt. steht auf der stelle am boden ihr vergangenes

stehen. und wieder lücken dazwischen, kriechen richtungen
raus, suchen fluchtwinkel zur untermiete für den blick. als

gälte es, sich von selbst bis blind zu verstehen, bricht in die
statik der farbe schwerkraft ein, wirft schatten aufs parkett,

sichtreste. und sammelt sie ein: haufen aus blendflecken als
geschichte des blicks, im dunkeln, beim schälen des tischs.







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